Tribal Style Belly Dance oder einfach „Tribal“ ist eine noch relativ junge Variante des Bauchtanzes, die Ende der 1960er Jahre in Kalifornien erwuchs. Ihre Wurzeln hat diese Tanzform in folkloristischen Tänzen aus Nordafrika und dem Orient, bezieht aber auch andere Tänze mit ein. Wichtige amerikanische Vertreterinnen sind die Gruppen Fat Chance Belly Dance (FCBD) und Gygsy Caravan, die den Tribal Dance in seiner Urform, dem American Tribal Style Belly Dance (ATS), formten.  

Schnell fand dieser kraftvolle Tanz auch in Europa, besonders in Deutschland, begeisterte Anhängerinnen. Viele europäische Tribaltänzerinnen nehmen Bezug auf die bunte Vergangenheit ihrer Heimat und lassen sich von unterschiedlichen Einflüssen vieler heimischer und umherziehender Völker inspirieren – sowohl beim Tanz als auch bei der Erstellung der farbenfrohen Kostüme. Eine gelungene Kombination der verschiedenen Einflüsse lässt sich häufig auf Mittelaltermärkten beobachten, wenn plötzlich prachtvoll kostümierte Tänzerinnen die Spielweisen der Musiker interpretieren. 

Was ist das Besondere am Tribal Dance? Dem Zuschauer bietet sich vielerlei: prächtige Kostüme, kraftvoll-erdige oder sphärisch angehauchte Musik und eine Dynamik in der tanzenden Gruppe, der man sich selten entziehen kann. Tribal macht unheimlich viel Spaß, und dieser Funke springt schnell auf den Zuschauer über. Normalerweise wird Tribal in einer Gruppe getanzt und ist in der Regel nicht choreographiert. Das heißt, dass die Tänzerinnen improvisieren – und genau darin liegt auch das Geheimnis des Tribal Dances. Wenn sich aus der synchron tanzenden Gruppe plötzlich eine oder mehrere Tänzerinnen lösen und umeinanderwirbeln oder den Zaghreet, („Triller“) ausstoßen, so ist auch das stets improvisiert und entspringt dem aktuellen Tanz. Perfekt ausgearbeitete Choreographien gibt es nicht, sondern jeder Tanz ist einmalig und damit etwas Besonderes. 

Die tanzende Gruppe hat sich meist zu einem „Stamm“ (engl.: Tribe) zusammengeschlossen und bildet somit eine Einheit, die sich nicht nur in den Kostümen widerspiegelt, sondern auch im lebendigen Zusammenspiel der Tänzerinnen – sowohl in ausladenden, synchron getanzten Bewegungen als auch im kleinen Lächeln oder Zwinkern untereinander.


(c) IMorgana
zuletzt geändert am 29.01.10